Schwindelerregende Höhen

So aufregend es sein kann, eine Überraschungstorte für eine Hochzeit machen zu dürfen, so schwierig kann es sein, wenn man keine Ahnung hat welche Farben, Blumen oder Geschmäcker es sein sollen.

Meine Vorgaben waren: aussergewöhnlich und exotisch.

Exotisch sind für mich Südfrüchte und Kokos. Da ich mit Mango schon einige Male gearbeitet hab, wollte ich etwas anderes. Ich durchforstete sämtliche Back und Kochseiten und Facebook und nach langem hin und her wurde es eine Orangen-Marzipan-Creme.

Da ich diese alleine aber recht schwer und üppig fand – obwohl eigentlich nur Pudding mit Marzipan – machte ich noch eine Kokospudding-Buttercreme zur Auflockerung. Ein relativ neutraler Vanilleboden sollte die Sache abrunden.

So. Exotisch: done.

Bleibt nur noch aussergewöhnlich. Natürlich ist das quasi ein Freifahrtschein für ALLES. Aber das ist auch nicht immer einfach. Es gibt so viele Dinge die ich wahnsinnig gerne mal versuchen möchte. Daher habe ich Inspiration im Internet gesucht, viele Suchbegriffe eingegeben bis mein Design stand. Der Wasserfarben-Effekt hatte es mir einfach angetan und die Farben in meiner Puderfarbenbox waren so perfekt zusammen ❤

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Für obenauf machte ich eine Fantasieblume nach Heike Darmstädter von Kreatives mit Herz, welche ich in ihrem Kurs gelernt habe. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle 🙂

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Als Spitzenrand konnte ich ENDLICH die tolle Matte von Pavoni ausprobieren welche ich letztes Jahr auf der Cake World Austria gekauft habe. Dabei habe ich die Masse vorher schon Gelb eingefärbt und später mit Airbrush in gold besprüht.

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Und ich wollte schon immer eine sehr hohe Torte machen. Einfach weil sie sooooo edel aussehen. Daher habe ich einen Sacherboden mit 20cm Durchmesser gebacken und 2mal Vanillewunderkuchen auch mit 20cm Durchmesser.

Für die Orangen-Marzipan-Creme habe ich dieses Rezept verwendet: LINK.

Den Kokospudding habe ich mit einem Kokospuddingpulver der Marke Haas (Österreich) mit folgenden Zutaten hergestellt:

500ml Milch
1 Packung Kokospuddingpulver
ca 400g Butter
ca 110g Staubzucker (je nach Geschmack)

Dazu den Pudding nach Anleitung herstellen (dabei verwende ich keinen Zucker) und mit Frischhaltefolie abgedeckt auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Gleichzeitig die Butter aus dem Kühlschrank nehmen und auch auf Zimmertemperatur kommen lassen.
Dann die Butter mit dem Zucker weiß schaumig schlagen und den Pudding dann löffelweise unterrühren.

Für die hohe Torte habe ich dann im Endeffekt 1,7 Kilo Zartbitterganache benötigt. Verrückt oder?? 😀

Dabei habe ich die Sachertorte auf eine Kapaplatte gestellt und 5 passende Holzstäbe eingesteckt und abgeschnitten als Stütze. Dann Ganache draufgegeben, die nächste Platte drauf und etwas eingerichtet mit einer Wasserwaage.
Dann den bereits gefüllten Wunderkuchen Nr 1, wieder Ganache und Platte und den nächsten Wunderkuchen.
Überall kamen Holzstäbe zur Stabilisierung hinein und geklebt wurde alles mit Ganache.

Dann gings ans Einstreichen. Dafür habe ich ca 1 Tag gebraucht – man will sich ja auch nicht stressen 🙂
Erst einmal eine dünne Schicht um die Krümel zu binden und dann noch einige mehr um mit meinem tollen neuen Wilton Glasurglätter von unten nach oben eine glatte Oberfläche zu bekommen. Die „Upside-Down-Methode“ habe ich mich dieses Mal nicht getraut 😉

Eingedeckt habe ich in weiß, indem ich einen passenden Streifen ausgerollt habe, diesen dann mit Stärke gut gepudert und auf meinen Ausrollstab aufgewickelt.
Die Torte selbst habe ich dann mit Wasser leicht angefeuchtet damit der Fondant sofort kleben bleibt und habe dann meinen Streifen seitlich an der Torte herum abgerollt. Später habe ich einen passenden Deckel ausgeschnitten und aufgesetzt.

Vorher habe ich aber noch mit einem großen Makeup-Pinsel in den Farben „Mauve Mist“, „Peony Rose“, „Raspberry Delight“, „Rose“, „Pumpkin Pie“, „Primrose“ und „Egg Yellow“ abgepudert um den Wasserfarben Effekt zu schaffen.

Den Deckel, die Blätter und die Spitze habe ich mit Gold und etwas Bronze mit Airbrush gefärbt, damit der Farbton zum Tortenständer passt.

Die Torte war am Ende irrsinnig schwer und die Fahrt zur Hochzeitstafel war richtig anstrengend, denn dadurch, dass die Torte so hoch war und noch dazu auf einem hohen Ständer stand, blieb mir nichts anderes als die Torte auf meinen Händen zu balancieren. Und die Strecke war kurvig. Seeeehr kurvig.

Das Wichtigste war jedoch, dass sie heil ankam und ich noch tolle Fotos von meiner Torte auf der Tafel machen konnte. Einfach nur schön. Und als ich dort war, stellte ich fest: Ich hatte die Farbe rein zufällig richtig gut erwischt.

Da verirrt sich dann schon das ein oder andere Tränchen in mein Auge ❤

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